Schulprojekt zur jüdischen Geschichte in Halle

Die Klassen der SOZ 25 setzten sich im Rahmen eines Schulprojekts mit dem Verein Zeit-Geschichten e.V. Halle (Saale) unter der Leitung von Juliane Bischoff intensiv mit der Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Halle während der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Im Mittelpunkt stand das Schicksal von Manfred Katz und seiner Familie.

Zum Einstieg lernten die Schülerinnen und Schüler seine Lebensgeschichte kennen. Besonders eindrucksvoll war ein Brief, den Manfred Katz vor einigen Jahren an eine Schülerin des Südstadt-Gymnasiums schrieb. Darin schilderte er seine Jugend in Halle und die zunehmende Ausgrenzung und Verfolgung während der NS-Zeit.

Ein weiterer Projekthöhepunkt war eine Stadtführung zu den Stolpersteinen in Halle. An verschiedenen Stationen erfuhren die Schülerinnen und Schüler mehr über Menschen aus der Stadt, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert oder ermordet wurden. Die Gedenksteine im Straßenpflaster machten deutlich, wie nah diese Geschichte ist.

Besonders bewegend war auch die Begegnung mit der Tochter von Manfred Katz, die heute in Israel lebt. Sie berichtete von ihrer Familie, vom Weiterleben nach dem Holocaust und davon, wie wichtig es ist, die Erinnerung wachzuhalten.

Zum Abschluss besuchte die Gruppe die Synagoge in Halle, wo sie Einblicke in die jüdische Religion, das Gemeindeleben und die Auswirkungen der NS-Zeit auf die jüdische Gemeinschaft erhielt.

Das Projekt ermöglichte den Schülerinnen und Schülern einen intensiven Zugang zur jüdischen Geschichte, zur Verfolgung während des Nationalsozialismus und zu den Schicksalen der Opfer. Besonders persönliche Begegnungen und authentische Zeugnisse machten das Thema greifbar.

Im April wird das Projekt fortgesetzt. Dann steht das Thema „Kindereuthanasie im NS-Deutschland“ im Mittelpunkt, um die Auseinandersetzung mit Verantwortung, Erinnerung und Menschlichkeit weiter zu vertiefen.